September 2024
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Verlässliche Partnerschaften für anspruchsvolle Projekte

Montageunternehmen für den Stahl- und Metallbau

Moderner Stahl- und Metallbau erfordert Qualität und Präzision über den Planungs- und Herstellungsprozess hinaus. Die Montage vor Ort ist ebenso entscheidend für den Erfolg eines Projekts. Viele Metallbauunternehmen greifen – aus verschiedensten Gründen – gerne auf spezialisierte Montagefirmen zurück. Welche Kriterien wirklich zu verlässlichen Partnerschaften zwischen Produktionsunternehmen als Auftraggeber und Montageunternehmen als Auftragnehmer führen, erfahren Sie im Beitrag.


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Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, ein sauberer Auftritt auf der Baustelle und ein sorgfältiger Umgang mit Bauteilen und Umgebung schaffen Vertrauen.
Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, ein sauberer Auftritt auf der Baustelle und ein sorgfältiger Umgang mit Bauteilen und Umgebung schaffen Vertrauen.

Montageunternehmen für den Stahl- und Metallbau

Verlässliche Partnerschaften für anspruchsvolle Projekte

Moderner Stahl- und Metallbau erfordert Qualität und Präzision über den Planungs- und Herstellungsprozess hinaus. Die Montage vor Ort ist ebenso entscheidend für den Erfolg eines Projekts. Viele Metallbauunternehmen greifen – aus verschiedensten Gründen – gerne auf spezialisierte Montagefirmen zurück. Welche Kriterien wirklich zu verlässlichen Partnerschaften zwischen Produktionsunternehmen als Auftraggeber und Montageunternehmen als Auftragnehmer führen, erfahren Sie im Beitrag.

Text und Bilder: Redaktion

Stahl- und Metallbauprojekte bestehen aus zahlreichen Einzelkomponenten wie Türen, Fenster, Treppen, Balkone, Verglasungen, Fassaden usw. die präzise hergestellt und fachgerecht montiert werden müssen. Während die Produktion häufig intern erfolgt, wird die Montage oft an spezialisierte Unternehmen vergeben, insbesondere wenn Kapazitätsgrenzen erreicht werden oder spezielle Montageexpertise gefragt ist. Ein professionelles Montageunternehmen zeichnet sich dabei nicht nur durch Manpower aus, sondern durch fachliche, organisatorische, rechtliche und menschliche Kompetenz. Dazu gehören folgende Kriterien:

Fachliche und technische Voraussetzungen
Die Basis eines verlässlichen Montagepartners bildet qualifiziertes Personal. Handwerkliche Ausbildungen wie Metallbauer/in, Stahlbauer/in oder sogar Metallbau-Teamleiter/in Richtung Produktion oder Montage sind ebenso vorteilhaft wie nachweisbare Erfahrung in der Montage der jeweiligen Bauteile. Für bestimmte Arbeiten wie beispielsweise Schweissungen, Brandschutz- oder Absturzsicherungen, müssen entsprechende Qualifikationen oder Sachkundenachweise vorliegen. Das Unternehmen sollte zudem Normen- und Gesetzeskenntnisse besitzen, Montagearbeiten nach Herstellervorgaben durchführen und mit Prüf- sowie Abnahmekriterien sicher umgehen.

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Sichere Arbeitsbedingungen sind kein Nebenschauplatz. Ein professionelles Montageunternehmen verfügt über ein dokumentiertes Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzkonzept, schult seine Mitarbeitenden regelmässig in PSA, Arbeiten in der Höhe und Bedienung von Hubarbeitsbühnen oder Kränen (Entsprechende Informationen siehe SUVA / Arbeitssicherheit). Ein durchdachtes Sicherheitsmanagement schützt nicht nur die Beschäftigten, sondern reduziert auch Risiken für den Auftraggeber.

Rechtliche und wirtschaftliche Zuverlässigkeit
Rechtliche Absicherung ist für Auftraggeber essenziell. Eine Betriebshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckung – typischerweise ≥ 5 Mio. CHF - sollte Schäden an Personen, Material und Vermögen abdecken, ergänzt durch Montage- oder Produkthaftpflicht, falls nötig. Wirtschaftlich zuverlässige Partnerfirmen beschäftigen ihre Monteure ordnungsgemäss, erfüllen Mindest- und Tariflöhne, halten die gesetzlichen Vorgaben (GAV) ein und besitzen unbedenkliche Finanz- und Sozialnachweise. Mit Vorteil sind sie einem entsprechenden Fachverband wie beispielsweise dem AM Suisse angeschlossen.

Organisation und Projektabwicklung
Professionelle Montageunternehmen planen zuverlässig und realistisch, berücksichtigen Kapazitäten und Terminpuffer und verfügen über ausreichend Personal, um flexibel auf Änderungen im Bauablauf zu reagieren. Eine klare Kommunikation mit Auftraggebern, Bauleitung und anderen am Gewerk involvierten Unternehmen ist entscheidend. Frühzeitige Meldung von Montagehindernissen, fehlenden Vorleistungen oder Planungsfehlern verhindert Verzögerungen und Konflikte.

Dokumentation und Qualitätssicherung
Qualität zeigt sich nicht nur in der Ausführung, sondern auch in der Nachvollziehbarkeit. Montageunternehmen dokumentieren ihre Arbeiten sauber, erstellen Fotodokumentationen, Mängelberichte sowie Übergabeprotokolle und unterstützen aktiv bei Bauabnahmen. Ein professioneller Partner denkt mit und weist frühzeitig auf Probleme hin, anstatt sie zu verschleiern.

 

«Ein professioneller Partner denkt mit und weist frühzeitig auf Probleme hin, anstatt sie zu verschleiern.»

 

Erfahrung und Referenzen
Nachweisbare Referenzprojekte, Erfahrung mit innerstädtischen Baustellen, komplexen Logistiksituationen oder Grossprojekten erhöhen die Verlässlichkeit eines Montagepartners. Langjährige Zusammenarbeit mit Metallbauunternehmen spricht für Kompetenz, Flexibilität und Verständnis für branchenspezifische Abläufe.
Neben dem Fachwissen sind auch partnerschaftliche Werte von grosser Bedeutung. Verlässlichkeit, Ehrlichkeit, ein sauberer Auftritt auf der Baustelle und ein sorgfältiger Umgang mit Bauteilen und Umgebung schaffen Vertrauen. Lösungsorientiertes Verhalten bei unvorhergesehenen Problemen stärkt die Zusammenarbeit und reduziert Konfliktpotenzial.

Infrastrukturen und Leistungsangebot
Grössere Montageunternehmen bieten zusätzliche Vorteile wie beispielsweise: eigene Bauleitung, Erstellung (oder Mithilfe) des Anlieferungs- und Montagekonzepts, Hebe- und Transportmittel, mehrsprachiges Personal für internationale Projekte, digitale Bautagebücher oder die Bereitschaft zu Rahmenverträgen. Solche Kompetenzen erleichtern den Projektablauf und erhöhen die Effizienz.
Ein umfassendes Leistungsangebot umfasst Montage, Transporte, Koordinationen und Unterstützung bei Bauabnahmen. Nur mit geeigneter Technik lassen sich Bauteile sicher, termingerecht und normgerecht montieren.

Worauf müssen Montageunternehmen achten?

Für Montageunternehmen (Auftragnehmer) ist die fachgerechte Ausführung der Arbeiten nur ein Teil des Erfolgs. Um auch wirtschaftlich abgesichert zu sein, müssen sie von Beginn an die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber strategisch gestalten.
Montageunternehmen stehen oft in der Rolle des Subunternehmers. Trotz sorgfältiger Arbeit kann es ohne klare Regeln und Organisation zu Diskussionen, Streitigkeiten oder Zahlungsverzögerungen kommen. Um sicherzustellen, dass die erbrachten Leistungen auch bezahlt werden, sollten folgende Punkte beachtet werden:

Vertragliche Grundlagen prüfen
• Ein schriftlicher Vertrag oder eine Auftragsbestätigung ist unverzichtbar. Dabei sollte sich der Auftragnehmer bewusst sein, welchen Vertragstyp er eingeht.
• Leistungsumfang, Montagefristen, Abnahmekriterien und Zahlungsbedingungen müssen klar definiert sein.
• Zusätzliche Leistungen, Planänderungen oder Nachträge sollten im Vertrag oder in schriftlichen Zusatzvereinbarungen geregelt sein.

 

Handshake ist gut, schriftliche Vereinbarungen sicherer.
Handshake ist gut, schriftliche Vereinbarungen sicherer.

 

Zahlungsmodalitäten und Sicherheiten vereinbaren
• Akontozahlungen bei Baufortschritt reduzieren das Risiko von Liquiditätsengpässen.
• Zahlungsfristen sollten klar festgelegt werden.

Dokumentation der Leistungen
• Jede erbrachte Leistung sollte dokumentiert werden: Fotodokumentationen, Montageprotokolle, Mängelberichte und Abnahmeprotokolle.
• Schriftliche Bestätigungen über erbrachte Leistungen und Abnahmen sichern Ansprüche und erleichtern die Rechnungsstellung.
• Nicht kalkulierte / vertraglich festgelegte Leistungen sollen als Nachtragsofferten nachgereicht werden. Eine Freigabe (Bestellung) durch den Auftraggeber ist erforderlich.

Prüfung der Vorleistungen des Auftraggebers
• Sind Baupläne vollständig?
• Sind Fundamente, Auflager oder sonstige Voraussetzungen bereit?
• Sind Bauteile korrekt geliefert?
• Fehlende Vorleistungen können zu Verzögerungen führen – diese sollten dokumentiert und frühzeitig gemeldet werden, um Nachforderungen rechtlich abzusichern.

Klare Kommunikation
• Ein fester Ansprechpartner beim Auftraggeber reduziert Missverständnisse.
• Änderungen im Bauablauf oder fehlende Materialien sollten sofort schriftlich gemeldet werden.
• Protokollierte Kommunikation kann im Streitfall als Beweis dienen.

Rechnungsstellung und Nachverfolgung
• Rechnungen sollten zeitnah und detailliert nach Abnahme der Leistung gestellt werden.
• Bezugnahme auf Abnahmeprotokolle, Stundenaufstellungen oder Materiallisten erleichtert die Durchsetzung.
• Offene Posten aktiv nachverfolgen.

Arbeitssicherheit und Baustellenbedingungen prüfen
• Ungünstige Baustellenbedingungen oder fehlende Sicherheitsvorgaben des Auftraggebers können Haftungsrisiken erhöhen.
• Diese Bedingungen sollten dokumentiert und im Vorfeld besprochen werden, um spätere Konflikte zu vermeiden.  

Für Montageunternehmen gilt:

Für Montageunternehmen gilt: Fachliche Kompetenz allein reicht nicht. Nur wer Verträge, Dokumentation, Zahlungsvereinbarungen und Kommunikation systematisch organisiert, kann sicherstellen, dass die geleistete Arbeit auch bezahlt wird. Prävention, klare Absprachen und professionelle Dokumentation sind die beste Garantie für wirtschaftlichen Erfolg.  ■