Türen, Briefkastenanlagen und Paketboxen richtig planen
Hauseingänge
Hauseingänge sind längst mehr als reine Bauteile: Sie vereinen Tragwerk, Sicherheit, Bauphysik, Fluchtfunktion und digitale Zutrittsregelungen zu einem komplexen Gesamtsystem. Für Metallbauer bedeutet dies, Normen sicher zu beherrschen, Schnittstellen früh zu koordinieren und Türen, Briefkasten- sowie Paketboxanlagen ganzheitlich zu planen und umzusetzen.
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Hauseingänge
Türen, Briefkastenanlagen und Paketboxen richtig planen
Hauseingänge sind längst mehr als reine Bauteile: Sie vereinen Tragwerk, Sicherheit, Bauphysik, Fluchtfunktion und digitale Zutrittsregelungen zu einem komplexen Gesamtsystem. Für Metallbauer bedeutet dies, Normen sicher zu beherrschen, Schnittstellen früh zu koordinieren und Türen, Briefkasten- sowie Paketboxanlagen ganzheitlich zu planen und umzusetzen.
Hauseingangstüren aus Metall und Glas haben sich im Laufe der Zeit von einfachen Aussenabschlüssen zu hochkomplexen Bauteilen entwickelt. Neben klassischen Aufgaben wie Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Witterungsschutz übernehmen sie heute Funktionen im Bereich Zutrittsmanagement, Einbruchhemmung, Flucht- und Rettungswege sowie zunehmend auch in der Gebäudeautomation. Für die Metallbaubranche bedeutet dies fundierte Normenkenntnis, frühe Abstimmung mit Fachplanern und ein ganzheitlicher Blick auf das Gesamtsystem «Hauseingang.»
Normative Grundlagen und Bauphysik
Grundlage für Planung, Herstellung und Inverkehrbringen metallener Aussentüren bildet die Produktnorm SN EN 14351-1, ergänzt durch nationale Vorgaben. Sie definiert die Leistungseigenschaften von Türen hinsichtlich Windlast, Schlagregendichtheit, Wärmedämmung, Luftdurchlässigkeit und mechanischer Festigkeit. Für Metallbauer besonders relevant sind saubere Anschlussdetails an Mauerwerk oder Fassadenkonstruktionen, da gerade hier bauphysikalische Schwachstellen entstehen können. Metallene Eingangssysteme müssen dauerhaft dicht, verformungsstabil und wartungsfreundlich ausgeführt werden.
In Mehrfamilien- und Geschäftsgebäuden grenzen Hauseingänge häufig an unbeheizte oder nur temperierte Treppenhäuser. Thermisch getrennte Profile, hochwertige Wärmeschutzverglasungen und minimierte Wärmebrücken sind trotzdem sinnvoll und auch Stand der Technik. Bei grossflächigen Türverglasungen sind Gewicht und Bedienkräfte zu berücksichtigen, damit auch Kinder oder ältere Personen die Tür sicher bedienen können. Die SIGAB-Richtlinie 002 (1-Meter-Regel) schreibt den Einsatz von Verbundsicherheitsglas oder Einscheibensicherheitsglas vor. All diese Kriterien beeinflussen die Profil- und Beschlägeauswahl.
Einbruchschutz als Systemleistung
Ein zentrales Thema ist der Einbruchschutz. Es gilt die Normenreihe SN EN 1627 bis 1630, welche einbruchhemmende Türen, Fenster und Abschlüsse in Widerstandsklassen von RC1 bis RC6 einteilt. Im Wohnungsbau haben sich insbesondere RC2 und RC3 etabliert. Entscheidend ist, dass nicht einzelne Komponenten, sondern das komplette Türelement – Türblatt, Zarge, Beschläge, Verglasung und Befestigung – geprüft und zertifiziert ist. Improvisierte Kombinationen gefährden die Zulassung und generieren im Ernstfall die Haftung. Einbruchhemmung endet zudem nicht an der Tür. Beleuchtung, Seitenteile, Verglasungen und angrenzende Bauteile sind in ein gesamtheitliches Sicherheitskonzept einzubeziehen. Metallbauer übernehmen hier eine wichtige Beratungsfunktion gegenüber Bauherrschaft und Planung.
Flucht- und Rettungswege
Hauseingänge übernehmen im Mehrfamilien- und Objektbau häufig die Funktion von Flucht- und Rettungswegen. Massgeblich sind die VKF-Brandschutzrichtlinien, insbesondere «Flucht- und Rettungswege», sowie die harmonisierten Normen SN EN 179 (Notausgangsverschlüsse) und SN EN 1125 (Panikverschlüsse). Während SN EN 179 für Bereiche mit bekanntem Nutzerkreis vorgesehen ist, sind bei öffentlich zugänglichen Gebäuden zwingend Panikverschlüsse nach SN EN 1125 einzusetzen.
Diese Anforderungen stellen hohe Ansprüche an Türblattsteifigkeit, Beschlagbefestigung und Dauerfunktion. Besonders anspruchsvoll ist die Kombination von Fluchtfunktion und elektronischer Zutrittskontrolle. Als Grundsatz gilt: Flucht hat immer Vorrang. Elektrische Verriegelungen müssen im Gefahrenfall automatisch entriegeln, eine Notöffnung ohne Schlüssel oder Code ermöglichen und bei sicherheitsrelevanten Türen über eine redundante Stromversorgung verfügen. Die Einbindung in Brandmelde- oder Gebäudeleitsysteme ist frühzeitig zu planen.
Ergänzend siehe auch: Merkblatt TK 014 «Kennzeichnung von Türen» auf www.metaltecsuisse.ch , unter Technik / Merkblätter.
Nutzung, Wartung und Digitalisierung
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die klare Definition der Nutzung. Gerade bei stark frequentierten Eingängen werden Beschläge und Profile wesentlich stärker beansprucht als bei sekundären Türen. Metallbauer sind gut beraten, gemeinsam mit der Bauherrschaft Nutzung, Unterhalt und Wartung festzulegen. Systemkonforme Beschläge, kontrollierte Fertigung und Montage sowie eine abschliessende Funktionsprüfung erhöhen die Lebensdauer. Wartungsverträge sichern langfristig die Gebrauchstauglichkeit und helfen, Garantieansprüche zu regeln.
Digitale Zutrittssysteme gewinnen auch im Wohnbau stark an Bedeutung. RFID-Medien, Badges, Smartphones oder PIN-Codes ermöglichen flexible Zutrittskonzepte, Besucher- und Zeitmanagement sowie einfache Administration. In Mehrfamilienhäusern und Siedlungen steigern sie den Komfort, erfordern aber eine frühzeitige Planung der Strom- und Dateninfrastruktur. Wo elektrische Zuleitungen nur schwer oder nicht realisierbar sind, bewähren sich mechanische, selbstverriegelnde Fluchttürschlösser oder netzunabhängige, elektronische Verschluss- und Kontrollsysteme.
Briefkasten und Paketboxen
Hauseingänge bilden die zentrale Schnittstellen zwischen Gebäude, Bewohnern und Dienstleistern wie die Post. Briefkastenanlagen unterliegen dabei klaren gesetzlichen Vorgaben. Das Postgesetz sowie die Postverordnung regeln Ausführung, Standort und Abmessungen. Hauseigentümer sind verpflichtet, für jede Zustelladresse einen normkonformen Briefkasten bereitzustellen. Charakteristisch für die Schweiz ist die Pflicht zum offenen Ablagefach (Milchkasten). Neben dem verschliessbaren Brieffach muss ein nicht abschliessbares Ablagefach vorhanden sein, damit flache Sendungen, Zeitungen oder Kleinwaren deponiert werden können. Fehlt dieses Ablagefach, ist die Post berechtigt, die Zustellung zu verweigern. Für Metallbauer bedeutet dies: Briefkastenanlagen müssen zwingend als funktionale Einheit geplant und gefertigt werden.
Wichtige Grundlagen und Möglichkeiten bieten Informations- und Bestelltools verschiedenster Anbieter.
Standort, Ausführung und Beschriftung
Auch der Standort ist klar definiert. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sollen Briefkästen an der Grundstücksgrenze nahe der befahrenen Strasse angebracht werden. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Platzierung am Haupteingang üblich – gut zugänglich, ausreichend beleuchtet und vor Witterung geschützt. Eine klare, dauerhafte Beschriftung aller Briefkästen ist vorgeschrieben und Teil der handwerklich sauberen Ausführung.
Paketboxen als Antwort auf den Onlinehandel
Mit dem starken Wachstum des Onlinehandels gewinnen Paketboxen zunehmend an Bedeutung. Die Post empfiehlt insbesondere bei Mehrfamilienhäusern den Einsatz abschliessbarer Paketboxen, sofern Pakete auch bei Abwesenheit der Empfänger zugestellt werden sollen. Paketboxen ermöglichen die sichere Ablage von Paketen unterschiedlicher Grössen und reduzieren Zweitzustellungen sowie Wege zur Postfiliale. In der Praxis ist meist eine Paketbox für fünf bis sechs Haushalte vorgesehen; eine individuelle Beschriftung der Fächer ist nicht erforderlich.
Integration und Technik
Aus planerischer Sicht bilden Briefkasten, Ablagefach und Paketbox eine funktionale Einheit und sollten gemeinsam angeordnet werden – idealerweise in unmittelbarer Nähe von Sonnerie und Hauseingang. Witterungsschutz, robuste Materialien und vandalismusresistente Konstruktionen sind zentrale Kriterien und klassische Stärken des Metallbaus.
Moderne Paketboxsysteme verfügen zunehmend über elektronische Schliesssysteme, Touchscreens und digitale Schnittstellen. Programmierung und Unterhalt erfolgen in der Regel durch den Hersteller. Für Metallbauer ist die enge Abstimmung mit Elektro- und Sicherheitstechnik entscheidend, um elektrische Zuleitungen, Stromversorgung, Schnittstellen und Wartungszugänge frühzeitig zu berücksichtigen.
Diese Anforderungen sind im Postgesetz sowie in der Postverordnung vom 29. August 2012 geregelt. Die relevanten Unterlagen können unter www.postcom.admin.ch angefordert werden. In diesen Dokumenten finden sich detaillierte Informationen zur Platzierung der Briefkästen, zu den Mindestmassen, der Gestaltung, Beleuchtung, den zu verwendenden Materialien, der Beschriftung und der Einwurfsöffnung.
Zugang Hier .
Auf www.post.ch sind verschiedenste Anbieter von Briefkastenanlagen zu finden. Zugange Hier . Im Print QR-Code einfügen
Weitere – anbieterspezifische - Informationen über Paketboxen als Beispiel: www.paketbox.ch ■