Industrielles Design in urbanem Umfeld
Transparente Verkleidungen
Die Personenüberführung in Trier (D)ermöglicht eine sichere Querung der Gleise, während zwei Treppenanlagen sowie zwei Aufzugsanlagen den Zugang zu den Bahnsteigen gewährleisten. Die Konstruktionen sind aus rund 90 Tonnen Cortenstahl gefertigt, dessen wetterfeste Rostpatina das Erscheinungsbild der Haltestelle prägt.
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Transparente Verkleidungen
Industrielles Design in urbanem Umfeld
Die Personenüberführung in Trier (D)ermöglicht eine sichere Querung der Gleise, während zwei Treppenanlagen sowie zwei Aufzugsanlagen den Zugang zu den Bahnsteigen gewährleisten. Die Konstruktionen sind aus rund 90 Tonnen Cortenstahl gefertigt, dessen wetterfeste Rostpatina das Erscheinungsbild der Haltestelle prägt.
Die Reaktivierung der Weststrecke in Trier stellt ein bedeutendes Infrastrukturprojekt dar, welches nicht nur die Mobilität der Region verbessert, sondern auch durch herausragende architektonische Gestaltung beeindruckt. Besonderes Augenmerk liegt hier auf der innovativen Gestaltung der Personenüberführung sowie der Treppenanlagen und Aufzugsanlagen, die nicht nur funktional überzeugen, sondern auch ästhetisch höchste Ansprüche erfüllen. Kern des architektonischen Konzepts ist die Verwendung von Cortenstahl und Streckmetall, welche dem Bauwerk eine einzigartige optische Identität und technisch vorteilhafte Eigenschaften verleihen.
Die Einhängeelemente aus dem Modell Rom der Sennrich AG, mit einer Masche von 115 x 48 x 20 x 2 mm, sind jeweils in einen Flachrahmen eingeschweisst, der eine stabile und sichere Befestigung ermöglicht. Dieser Flachrahmen wurde speziell von der Sennrich AG konzipiert und geliefert, um die Elemente einfach und passgenau in die vorgesehene Unterkonstruktion einzuhängen. So wird eine effiziente Montage vor Ort gewährleistet, die zugleich den hohen Anforderungen an Tragfähigkeit und Witterungsbeständigkeit entspricht.
Cortenstahl und seine Eigenschaften
Cortenstahl ist ein wetterfester Baustahl, dessen erhöhte Witterungsbeständigkeit auf einer speziellen Legierung mit Kupfer, Chrom, Nickel und Phosphor beruht. Unter wechselnden Feuchte- und Trockenbedingungen bildet sich eine dichte, haftfeste Rostpatina, die das darunterliegende Material vor weiterer Korrosion schützt, den Feuchtigkeits- und Sauerstofftransport reduziert und im Gegensatz zu gewöhnlichem Baustahl nicht abblättert. Dadurch sind im Aussenbereich meist keine zusätzlichen Beschichtungen oder aufwendigen Wartungsmassnahmen erforderlich, was Vorteile hinsichtlich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bietet.
Die charakteristische rostige Optik verleiht Bauwerken einen robusten, zugleich ästhetisch ansprechenden Charakter. Im Fall der Haltestelle «Trier-West» wurde diese Eigenschaft genutzt, um ein modernes Bauwerk zu schaffen, das sich harmonisch in das städtische Umfeld einfügt und gleichzeitig visuelle Akzente setzt.
Konstruktion
Das Streckmetall besteht aus unbehandeltem Cortenstahl, Werkstoff S355 J2 W+N, mit einer Stegdicke von 2 mm. Die Maschenlänge ist parallel zur Breite des Streckmetalls ausgerichtet. Die Abmessungen Breite und Länge wurden präzise mittels Wasserstrahlschneiden gefertigt. Die Streckmetalle wurden flach hochkant verschweisst, anschliessend eingelegt und in den Rahmen eingeschweisst. Die Ansichtsseite ist die B-Seite, mit Sicht in die Maschen von unten.
Der Flachprofilrahmen besteht ebenfalls aus Cortenstahl mit den Massen 60 x 4 mm und wurde hochkant verschweisst. Bei Längen über 3000 mm sind mehrere Flachprofile zusammengeschweisst und die Schweissnähte sorgfältig verschliffen worden, da es diese in der gewünschten Corten-Legierung nicht über 3000 mm Länge auf dem Markt erhältlich sind. Das Streckmetall wurde flächenbündig in den Flachrahmen eingeschweisst. Die Rahmenmasse unterliegen einer Toleranz von +0 mm bis -2 mm in Länge und Breite.
Verwendung von Streckmetall: Herstellungsprozess und Gestaltungsvielfalt
Streckmetall entsteht durch das gleichzeitige Stanzen und Dehnen von Metallblechen, wodurch ein geschlossener Metallstreifen zu einem gitterartigen Element mit Maschenform erweitert wird. Dieses Herstellungsverfahren erzeugt eine Vorder- und Rückseite, wobei je nach Ausrichtung der Maschen verschiedene optische Wirkungen erzielt, werden können.
Für die Architektur bedeutet dies eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten: Unterschiedliche Blickwinkel und Lichtverhältnisse verändern das Erscheinungsbild des Streckmetalls dynamisch. Die Sicht- und Durchsichtwerte lassen sich gezielt steuern, sodass sowohl Transparenz als auch Sonnenschutz optimal kombiniert werden können.
Vielfalt der Maschenarten und individuelle Anpassung
Die Sennrich AG bietet eine breite Palette an Stanzmessern, mit denen eine grosse Auswahl verschiedener Maschenformen und -grössen realisiert werden kann. Architekten und Bauherren können somit die Form, Grösse und Ausrichtung der Maschen exakt auf die Anforderungen ihres Projekts abstimmen.
Neben ästhetischen Kriterien spielen dabei auch funktionale Aspekte eine Rolle: Lichtdurchlässigkeit für dahinterliegende Fensterfronten lässt sich individuell einstellen, ebenso wie der Grad des Sonnenschutzes, der durch die dreidimensionale Struktur der Streckmetalle entsteht und den Innenbereich vor direkter Sonnenstrahlung schützt.
Anwendungsbereiche und Zukunftspotenziale von Streckmetallen
Streckmetalle sind vielseitig einsetzbar – sowohl im Aussenbereich wie bei Fassadenverkleidungen, Geländern und Sonnenschutzsystemen als auch im Innenbereich dekorative oder funktionale Elemente. Ihre Kombination aus hoher Funktionalität, urbanem Charakter und leichter Materialintegration macht sie zu einem wichtigen Bestandteil moderner Architektur.
Darüber hinaus tragen Streckmetalle mit ihrer nachhaltigen Herstellung und langlebigen Qualität zur Umweltverträglichkeit von Bauprojekten bei. Sie bieten zukunftsweisende Lösungen für städtische Bauaufgaben, bei denen Ästhetik, Funktion und Wirtschaftlichkeit gleichermassen gefragt sind.
Fazit
Die Fussgängerbrücke «Trier-West» ist ein gelungenes Beispiel für die Verbindung von Innovation, Funktionalität und Gestaltungskunst. Die Wahl von Corten und Streckmetall als zentrales Material unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger und ästhetisch anspruchsvoller Architektur im öffentlichen Raum. Durch die vielfältigen Gestaltungs- und Einsatzmöglichkeiten der Streckmetalle entstehen Bauwerke mit hoher visueller Wirkung, die gleichzeitig praktische Anforderungen wie Barrierefreiheit, Sicherheit und Witterungsbeständigkeit erfüllen. Diese Kombination macht den Haltepunkt «Trier-West» zu einem modernen Wahrzeichen und verweist auf die Potenziale von Corten und Streckmetall für zukünftige Bauvorhaben. ■
Bautafel / Panneau de chantier
Objekt:
Bahnhof «Trier-West», Deutschland
Stahlbauer:
Zürcher Stahlbau GmbH, Messenheim
Streckmetalllieferant:
Sennrich AG, Meilen
Streckmetall Typ:
Modell Rom