September 2024
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Entscheidungsgrundlagen für Fahrzeug, Ausbau und Antrieb

Nutzfahrzeuge

Liefer- und Montagefahrzeuge sind weit mehr als reine Transportmittel. Sie fungieren als mobile Werkstatt, Lager und Visitenkarte eines Stahl- oder Metallbauunternehmens. Fahrzeugwahl, Innenausbau und Antrieb beeinflussen Produktivität, Kosten, Arbeitssicherheit und Image nachhaltig. Der folgende Fachartikel zeigt zentrale Entscheidungskriterien auf und unterstützt Entscheidungsträger bei der Evaluation moderner Montagefahrzeuge bis 3,5 Tonnen.


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Ein gut organisiertes Fahrzeug steigert Effizienz, Sicherheit und macht einen professionellen Eindruck.
Ein gut organisiertes Fahrzeug steigert Effizienz, Sicherheit und macht einen professionellen Eindruck.

Nutzfahrzeuge

Entscheidungsgrundlagen für Fahrzeug, Ausbau und Antrieb

Liefer- und Montagefahrzeuge sind weit mehr als reine Transportmittel. Sie fungieren als mobile Werkstatt, Lager und Visitenkarte eines Stahl- oder Metallbauunternehmens. Fahrzeugwahl, Innenausbau und Antrieb beeinflussen Produktivität, Kosten, Arbeitssicherheit und Image nachhaltig. Der folgende Fachartikel zeigt zentrale Entscheidungskriterien auf und unterstützt Entscheidungsträger bei der Evaluation moderner Montagefahrzeuge bis 3,5 Tonnen.

Text und Bilder: Redaktion

Jeder Stahl- oder Metallbaubetrieb verfügt über ein oder mehrere Montagefahrzeuge. Sie transportieren Maschinen, Werkzeuge und Bauteile, dienen auf der Baustelle als Basisstation und sind täglich im direkten Kundenumfeld sichtbar. Entsprechend wirken sie sowohl nach innen – auf Effizienz und Motivation der Mitarbeitenden – als auch nach aussen als Imageträger der Unternehmung.
In der Praxis zeigt sich ein heterogenes Bild. Während einige Betriebe grossen Wert auf Ausstattung, Ordnung und Erscheinungsbild legen, betrachten andere das Montagefahrzeug eher als notwendiges Nebenprodukt. Diese Haltung ist für Kunden wie auch für Mitarbeitende meist unmittelbar erkennbar.

Ordnung, Zeit und Kosten

Ein zentrales Thema ist die Organisation im Fahrzeug. Gerade wenn mehrere Mitarbeitende dasselbe Montagefahrzeug nutzen, führen fehlende Standards schnell zu Suchzeiten. Was im Alltag wenige Minuten beansprucht, summiert sich über Wochen und Jahre zu erheblichen Produktivitätsverlusten. Die daraus entstehenden Kosten übersteigen häufig die Investition in einen professionellen Innenausbau.
Ein gut organisiertes Fahrzeug bietet klare Vorteile. Werkzeuge und Ersatzteile sind schnell griffbereit, Arbeitsunterbrechungen werden reduziert, Materialien werden schonender transportiert und die Ladungssicherheit erhöht. Zudem gewinnt der Kunde durch ein aufgeräumtes, professionell wirkendes Fahrzeug Vertrauen in die Unternehmung. Der damit verbundene Imagetransfer ist im Stahl- und Metallbau nicht zu unterschätzen.   

Innenausbau zur mobilen Werkstatt

Liefer- und Montagefahrzeuge bis 3,5 Tonnen bieten heute vielfältige Möglichkeiten für individuelle Innenausbauten. Ziel ist es, das Fahrzeug optimal an die branchenspezifischen Anforderungen anzupassen. Der Mehrwert entsteht durch ein durchdachtes Gesamtkonzept. Professionelle Anbieter unterstützen bei Planung und Umsetzung. Die meisten Systeme sind modular, weitgehend markenunabhängig und nachrüstbar. Bewährte Elemente sind Seitenwände, Regalsysteme für Kleinteile, verriegelte Werkzeugschubladen, Halterungen für Maschinen sowie Arbeitsflächen oder Schraubstöcke für Anpassungsarbeiten vor Ort. Bei Kastenwagenformen bewährt sich häufig ein doppelter Boden. Da die volle Innenraumhöhe selten genutzt wird, schafft er zusätzlichen Stauraum für Leitern, Profile oder Kabel und sorgt gleichzeitig für Übersicht und Ordnung im Arbeitsbereich.  

Gerade wenn mehrere Mitarbeitende dasselbe Montagefahrzeug nutzen, führen fehlende Standards schnell zu kostenintensiven Suchzeiten.
Gerade wenn mehrere Mitarbeitende dasselbe Montagefahrzeug nutzen, führen fehlende Standards schnell zu kostenintensiven Suchzeiten.

Sicherheit, Ergonomie und Mitarbeitermotivation

Ein professioneller Innenausbau erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Arbeitssicherheit. Ordnungsgemäss fixierte Ladung reduziert das Unfallrisiko erheblich. Ergonomisch angeordnete Werkzeuge verkürzen Wege und entlasten die Mitarbeitenden körperlich. Gleichzeitig wirkt sich ein gepflegtes, funktional eingerichtetes Fahrzeug positiv auf die Motivation aus. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor für Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität.

 

«Ergonomisch angeordnete Werkzeuge verkürzen Wege und entlasten die Mitarbeitenden körperlich.»

 

Elektromobilität bei Nutzfahrzeugen

Die Frage nach dem passenden Antrieb gewinnt zunehmend an Bedeutung. Neben Diesel- und Benzinfahrzeugen etablieren sich Elektro-Nutzfahrzeuge auch im Segment bis 3,5 Tonnen. In der Schweiz sind aktuell über 15 geschlossene E-Nutzfahrzeugtypen erhältlich, vielfach in mehreren Längen-, Höhen- und Batterievarianten.
Der Anteil vollelektrischer leichter Nutzfahrzeuge an den Neuzulassungen lag 2024 bei rund 8 % und stieg im Verlauf von 2025 wieder auf über 10 % an.

Wirtschaftlichkeit und Einsatzprofil

Bei der Evaluation eines E-Nutzfahrzeugs sollten nicht nur die Anschaffungskosten betrachtet werden. Zwar liegen diese teilweise noch über jenen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, doch relativiert sich dieser Unterschied bei Betrachtung der Gesamtkosten über den Lebenszyklus.
Zu berücksichtigen sind geringere Energie- und Wartungskosten, weniger Verschleissteile sowie eine erwartete Fahrzeuglebensdauer von rund zehn Jahren. Analysen zeigen, dass Handwerksbetriebe im Tagesdurchschnitt etwa 70 bis 100 Kilometer zurücklegen. Moderne E-Nutzfahrzeuge erreichen bei Nutzlasten um 1000 kg heute realistische Reichweiten von 200 bis 300 Kilometern, je nach Typ, Fahrprofil und Witterung. Für regionale Einsätze reicht das nächtliche Laden in der Regel aus.

Batterien und Nachhaltigkeit

Zentrale Kriterien sind Batteriekapazität, garantierte Ladezyklen und die Frage, ob die Batterie im Kaufpreis enthalten ist. Moderne Lithium-Ionen-Batterien sind auf mehrere tausend Ladezyklen ausgelegt und behalten auch nach Jahren einen hohen Anteil ihrer Kapazität. Zunehmend an Bedeutung gewinnen Second-Life-Anwendungen, etwa als stationäre Stromspeicher, sowie Recyclinglösungen. Industrie und Forschung arbeiten intensiv daran, den Materialkreislauf weiter zu schliessen und die Nachhaltigkeit zu verbessern.