Building Zayed National Museum mit Riesenkran erstellt
Produktion / Montage
Mit dem Einsatz eines SK-Krans realisierte Mammoet eine effiziente und sichere modulare Montage auf einer aktiven Baustelle im Kulturviertel von Saadiyat Island in Abu Dhabi. Das Projekt zeigt, wie angepasste Hebekonzepte komplexe Architektur unter beengten Bedingungen ermöglichen.
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Produktion / Montage
Building Zayed National Museum mit Riesenkran erstellt
Mit dem Einsatz eines SK-Krans realisierte Mammoet eine effiziente und sichere modulare Montage auf einer aktiven Baustelle im Kulturviertel von Saadiyat Island in Abu Dhabi. Das Projekt zeigt, wie angepasste Hebekonzepte komplexe Architektur unter beengten Bedingungen ermöglichen.
Als Herzstück des Kulturviertels von Saadiyat Island wurde das Zayed National Museum konzipiert, um das Vermächtnis von Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan zu würdigen und die Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate international zu vermitteln. Entwickelt vom Department of Culture and Tourism Abu Dhabi, stärkt das Museum die Position des Standorts und erweitert ihn um ein markantes architektonisches Wahrzeichen.
Architektur und modularer Bauansatz
Die Aussenstruktur wird durch fünf flügelförmige Türme geprägt, inspiriert von der Falknerei (die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln wie Falken). Neben ihrer ikonischen Wirkung erfüllen sie eine funktionale Rolle in der Gebäudeklimatisierung, indem sie kühlere Luftströme ins Innere leiten. Für die Umsetzung dieses komplexen Entwurfs setzte das Projektteam auf eine modulare Bauweise. Diese reduzierte die Arbeiten in grosser Höhe, verkürzte die Bauzeit und minimierte Störungen auf der parallel betriebenen Baustelle mit mehreren Gewerken und Turmdrehkranen. Im ersten Obergeschoss bilden vier kapselartige Galerieeinheiten die Basis der Flügel. Sie sind über einer zentralen, von oben belichteten, Lobby angeordnet, die zur thermischen Optimierung teilweise ins Erdreich eingelassen ist. Die Kapseln wurden vor Ort ebenerdig vorgefertigt, anschliessend angehoben und präzise auf ihren Fundamenten montiert. Dieser Ansatz erhöhte die Ausführungsqualität und Sicherheit bei gleichzeitig stabilen Bauabläufen.
Vom Raupenkran zur SK-Lösung
Das Joint Venture aus BESIX und Trojan General Contracting band Mammoet frühzeitig ein, um eine geeignete Hebe- und Montagestrategie zu entwickeln. Ursprünglich war ein grosser Raupenkran vorgesehen. Aufgrund der erhöhten Einbaulage sowie begrenzter Flächen hätte dies jedoch umfangreiche Bodenaufschüttungen und Eingriffe in laufende Tiefbauarbeiten erfordert und den Betrieb anderer Krane beeinträchtigt.
Nach Analyse der Randbedingungen empfahlen die Ingenieure den Einsatz eines SK-Krans (Super Heavy Lift Crane). Dank hoher Tragfähigkeit und grossem Arbeitsradius konnte dieser ausserhalb der hoch frequentierten Bereiche positioniert werden, während die Hebepunkte im Inneren dennoch erreichbar blieben. Dies reduzierte Schnittstellenkonflikte, erhöhte die Sicherheit und ermöglichte parallele Bauprozesse ohne wesentliche Unterbrechungen.
Effizienzgewinne und technische Umsetzung
Der grosse Arbeitsradius erlaubte es, die vorgefertigten Module mit minimalen Umpositionierungen vom Fertigungsort auf ihre endgültigen Positionen zu heben. Dies steigerte die Effizienz und senkte zugleich das Risiko. Der Kran wurde in zwei Konfigurationen eingesetzt – zunächst als SK350, anschliessend als kompaktere SK190 –, jeweils angepasst an Platzverhältnisse und Baufortschritt.
In beiden Fällen kam ein 135 Meter langer Hauptausleger zum Einsatz. Die Hebevorgänge erfolgten unter strengen Wetter- und Sicherheitsvorgaben, unter anderem bei maximal 14 m/s Windgeschwindigkeit und nur bei abnehmender Windprognose. Die schwerste Last betrug 612 Tonnen bei einem Radius von über 150 Metern. Gleichzeitig wurde der Bodendruck mit maximal 26,9 t/m² kontrolliert, wodurch aufwändige Bodenvorbereitungen vermieden werden konnten.
Ergänzend entwickelte Mammoet ein verstellbares Hebesystem mit Litzenhebern. Dieses ermöglichte kontrolliertes Neigen, Drehen und Feinjustieren der Module von der Vorfertigung bis zur Endmontage. Die hohe Präzision war entscheidend für die Installation der komplex geformten Bauteile auf engem Raum und ist auch aus anderen Grossprojekten im Stadion- und Flughafenbau bekannt.
Durch die Kombination aus frühzeitiger Planung, angepasster Hebetechnik und modularer Bauweise konnte das Projektteam die zentralen Komponenten des Museums effizient installieren und gleichzeitig den laufenden Baustellenbetrieb aufrechterhalten.
Das Zayed National Museum ist inzwischen für Besucher geöffnet und umfasst Dauer- und Wechselausstellungen sowie Aussenbereiche. ■